PostbeamtenKrankenkasse

Zusatzversicherung – Pflegetagegeldstufe

Mit unserer Pflegetagegeldstufe sind Sie im Pflegefall bestens versorgt. Als Ergänzung zur privaten oder sozialen Pflegepflichtversicherung lässt sich damit die Lücke zwischen der Grundversorgung und den tatsächlichen Pflegekosten schließen. Sie sichern sich damit eine umfassende und qualitativ gute Versorgung. Gleichzeitig können Sie verhindern, dass Ihre Ersparnisse durch die Pflegekosten aufgezehrt werden und entlasten Ihre unterhaltspflichtigen Angehörigen.

Unsere als Tagegeldversicherung angebotene Zusatzversicherung ermöglicht es Ihnen, die Pflege ganz individuell zu gestalten. Sie können frei über den ausbezahlten Geldbetrag verfügen, da weitere Kostennachweise nicht erforderlich sind. Es bleibt also Ihnen überlassen, für welche Zwecke Sie das Geld ausgeben: für die stationäre oder häusliche Pflege, den Kauf von Pflegehilfsmitteln, eine Fahrt im Taxi oder als finanzielle Anerkennung für Angehörige und Nachbarn.

Leistungen

In welchem Umfang Sie Leistungen aus der Pflegetagegeldstufe erhalten, hängt von den abgeschlossenen Schritten und der Zuordnung in einen Pflegegrad durch Ihre private oder soziale Pflegepflichtversicherung ab.

1. Die Wahl der Schritte

Die Pflegetagegeldstufe kann in drei Schritten abgeschlossen werden. Für wie viele Schritte Sie sich entscheiden, hängt von Ihren individuellen Bedürfnissen ab. Sie können jederzeit durch eine erneute Antragstellung einen weiteren Schritt aufstocken. Bitte beachten Sie dabei, dass bei einer Aufstockung dieselben Bedingungen erfüllt werden müssen wie bei einer Neuaufnahme und die Wartezeit für diesen Schritt beziehungsweise diese Schritte neu beginnt.

2. Die Höhe des Tagegeldes 

Der vom Träger der Pflegepflichtversicherung festgestellte Pflegegrad bestimmt, welchen prozentualen Anspruch Sie auf den individuell versicherten Betrag (Anzahl abgeschlossene Schritte) haben.

Hinweis: Für den niederschwelligen Pflegegrad 1 sind keine Leistungen vorgesehen.

Berechnung des Tagessatzes
 Anspruch1 Schritt
2 Schritte3 Schritte
Pflegegrad 2  20 Prozent von



20 €



40 €



60 €

Pflegegrad 3  40 Prozent von

Pflegegrad 4

  70 Prozent von
Pflegegrad 5100 Prozent von

Sie erhalten dieselben Leistungen unabhängig davon, ob die Pflege in häuslicher Umgebung oder im Pflegeheim stattfindet. Ebenfalls unerheblich ist es, ob Angehörige oder eine Fachkraft die Pflege zu Hause übernehmen. Über den Geldbetrag können Sie frei verfügen, ohne dass weitere Nachweise erforderlich sind.

Die Leistungen in der Pflegetagegeldstufe werden regelmäßig an die Entwicklung der Lebenshaltungskosten angepasst. Damit stellen wir sicher, dass Sie auch in Zukunft über einen ausreichenden Versicherungsschutz verfügen. Die Anpassung erfolgt durch ein Wahlrecht der Versicherten und orientiert sich an den Berechnungen des Statistischen Bundesamtes. Sollte eine Leistungsanpassung stattfinden, werden wir Sie rechtzeitig darüber informieren

Leistungen aus der Pflegetagegeldstufe (30 Tage/Monat)
 1 Schritt2 Schritte3 Schritte
Pflegegrad 2120 €
  240 €
  360 €
Pflegegrad 3240 €  480 €  720 €
Pflegegrad 4420 €  840 €1.260 €
Pflegegrad 5600 €1.200 €1.800 €

Beispiel 1: 
Anspruch Pflegegrad 2: 20 Prozent; Tagegeld Schritt 3 = 60 Euro: 60 Euro x 30 Tage x 20 Prozent = 360 Euro

Beispiel 2:
Anspruch Pflegegrad 4: 70 Prozent; Tagegeld Schritt 2 = 40 Euro: 40 Euro x 30 Tage x 70 Prozent = 840 Euro

Beispiel 3: 
Anspruch Pflegegrad 5: 100 Prozent; Tagegeld Schritt 3 = 60 Euro: 60 Euro x 30 Tage x 100 Prozent = 1.800 Euro

3. Eintritt des Versicherungsfalls

Sobald Sie pflegebedürftig werden sollten und der Träger Ihrer sozialen oder privaten Pflegepflichtversicherung die Pflegebedürftigkeit feststellt, besteht für Sie ein Leistungsanspruch.

Sind Sie in der Pflege bei der PBeaKK pflichtversichert, werden wir automatisch informiert. Das heißt, dass Sie die Leistungen – ohne einen gesonderten Antrag stellen zu müssen – erhalten. Das Tagegeld zahlen wir Ihnen erstmals zu Beginn des Folgemonats aus. Es sind keine zusätzlichen Arztuntersuchungen oder Nachweise erforderlich. Es entstehen Ihnen auch keine weiteren Kosten. Wird erstmalig eine Pflegebedürftigkeit beziehungsweise eine Änderung des Pflegegrades festgestellt, informieren wir Sie hierüber.

Sind Sie nicht über die PBeaKK pflichtversichert, müssen Sie einen formlosen Antrag stellen, um Leistungen zu erhalten. Dazu benötigen wir einen Bescheid des Trägers Ihrer sozialen oder privaten Pflegepflichtversicherung. Daraus müssen der Name des Trägers, die Zuordnung in den Pflegegrad und der Zeitpunkt der Pflegebedürftigkeit hervorgehen. Dies gilt auch bei späteren Änderungen.

Voraussetzungen

Alle Mitglieder, die in der Grundversicherung der PBeaKK versichert sind, können die Pflegetagegeldstufe für sich und ihre – ebenfalls in der Grundversicherung mitversicherten – Ehepartner beziehungsweise eingetragenen Lebenspartner abschließen. Voll- und Halbwaisen, die in der Grundversicherung als Mitglied versichert sind, können sich ebenfalls in der Pflegetagegeldstufe versichern.

Nicht aufnahmeberechtigt sind

  • Versicherte, die lediglich eine Zusatzversicherung bei uns abgeschlossen haben,
  • Personen mit einer ruhenden Mitgliedschaft beziehungsweise Mitversicherung und
  • Kinder.

Um Ihnen eine leistungsstarke und beitragsstabile Versicherung bieten zu können, haben wir Einschränkungen bei der Aufnahme. Diese ist ausgeschlossen, sobald

  • das 70. Lebensjahr vollendet ist,
  • bereits eine Pflegebedürftigkeit besteht oder jemals Anträge auf Leistungen aus einer privaten oder gesetzlichen Pflegeversicherung gestellt wurden oder
  • in den letzten fünf Jahren bestimmte Krankheitsbilder vorgelegen haben oder vorliegen. Eine Liste dieser Erkrankungen finden Sie in der nachfolgenden Tabelle:

Krankheiten des Nervensystems




  • Degenerative Krankheit des motorischen Nervensystems (amyotrophe Lateralsklerose)
  • Kinderlähmung
  • Multiple Sklerose
  • Morbus Parkinson
  • Querschnittslähmung
Krankheiten des Bewegungsapparats
  • Chronische Gelenkentzündung (Polyarthritis, nicht Gelenksarthrosen)
  • Frakturen oder Amputationen mit dauerhafter Beeinträchtigung der Gehfähigkeit
Krankheiten des Kreislaufsystem
  • Herzinfarkt
  • Herzmuskelentzündung (Myokarditis)
  • Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Symptomatische koronare Herzkrankheit
  • Nierenschwäche (Niereninsuffizienz)
  • Schlaganfall (Apoplex)
  • Erbliche Stoffwechselstörung (Hyperlipidämie)
  • Behandlungsbedürftiger Bluthochdruck¹
  • Behandlungsbedürftiger Blutzucker¹

Andere Erkrankungen


  • Adipositas Grad II
  • Alzheimer
  • Chronische Hepatitis (außer A)
  • Demenz
  • HIV-Infektion
  • Leberzirrhose
  • Krebs (Tumorerkrankungen 

¹ Wenn momentan oder in den letzten fünf Jahren ausschließlich eine behandlungsbedürftige Blutzuckererkrankung (Diabetes mellitus) und/oder Bluthochdruckerkrankung (arterielle Hypertonie) besteht/bestand, ist die Aufnahme in die Pflegetagegeldstufe unter Umständen dennoch möglich. Für eine abschließende Beurteilung benötigen wir die Angabe weiterer Werte (siehe Aufnahmeantrag Pflegetagegeldstufe). Diese müssen von Ihrer/Ihrem behandelnden Ärztin/Arzt eingetragen und bescheinigt werden.

Sind Sie bereits in der Pflegetagegeldstufe versichert und wollen noch weitere Schritte abschließen, entfällt die Voraussetzung, dass Sie in der Grundversicherung versichert sein müssen. Das Höchstaufnahmealter von 70 Jahren gilt allerdings weiter und Sie müssen Fragen zu Ihrem aktuellen Gesundheitszustand im Aufnahmeantrag beantworten.

Wartezeiten

Nach einer Wartezeit von drei Jahren nach Versicherungsbeginn haben Sie erstmals Anspruch auf die Auszahlung des Pflegetagegeldes im Pflegefall. Stocken Sie um einen weiteren Schritt auf, beginnt die Wartezeit für diesen Schritt erneut. Bei Unfällen, die zur Pflegebedürftigkeit führen, entfällt diese Wartezeit und Sie haben einen sofortigen Anspruch auf Leistungen.

Begrenzungen

Solange die Pflegebedürftigkeit besteht, wird – abhängig von der Zuordnung in einen Pflegegrad durch die Pflegepflichtversicherung – das Tagegeld zeitlich unbegrenzt gezahlt.

Kein Anspruch auf Leistungen besteht allerdings, wenn die Pflegebedürftigkeit

  • durch Kriegsereignisse verursacht wurde,
  • eine anerkannte Wehrdienstbeschädigung vorliegt,
  • vorsätzlich herbeigeführt wurde,
  • Folge einer Sucht ist oder
  • der Pflegebedürftige seinen ständigen Wohnsitz außerhalb der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union oder der Vertragsstaaten des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum (zum Beispiel Island, Liechtenstein, Norwegen) hat.

Bitte beachten Sie, dass der Anspruch auf Zahlung bei einer ununterbrochenen vollstationären Krankenhausbehandlung oder vollstationären Rehabilitationsmaßnahme nach 28 Tagen entfällt. Ist die Behandlung beendet, leben die Leistungen der Pflegetagegeldstufe wieder auf und werden weiter gewährt.

Beiträge

Die Beiträge in der Pflegetagegeldstufe werden abhängig vom Aufnahmealter berechnet. Um das Aufnahmealter zu ermitteln, wird vom Aufnahmejahr das Geburtsjahr des zu Versichernden abgezogen. Der Tag und der Monat der Geburt bleiben unberücksichtigt. Mithilfe unseres Beitragsrechners auf unserer Internetseite www.pbeakk.de können Sie sich Ihren persönlichen Beitrag einfach und bequem errechnen.

Beispiel:

Aufnahmejahr 2018 – Geburtsjahr 1958 = Aufnahmealter 60

Mit steigendem Alter erhöhen sich die Beiträge. Schließen Sie die Pflegetagegeldstufe deshalb möglichst frühzeitig ab, um sich niedrige Beiträge zu sichern. Dadurch reduzieren Sie auch das Risiko, dass Sie aufgrund Ihres Gesundheitszustandes nicht mehr in die Pflegetagegeldstufe aufgenommen werden können.

Monatsbeiträge in der Pflegetagegeldstufe (je Schritt in Euro)

In der nachfolgenden Übersicht finden Sie die Beiträge für Neuabschlüsse.

AufnahmealterBeitragAufnahmealterBeitrag  AufnahmealterBeitrag 
bis 166,903512,7753 25,70
177,103613,245426,83

18

7,323713,725528,02
197,543814,235629,29
207,783914,765730,64
218,024015,325832,06
228,284115,905933,59
238,544216,526035,21
248,824317,156136,94
259,104417,836238,79
269,404518,546340,79
279,724619,286442,94
2810,044720,066545,25
2910,384820,886647,75
3010,744921,756750,42
3111,115022,666853,29
3211,505123,636956,40
3311,905224,637059,76
3412,33

Beispiel:

monatliche Beitragshöhe bei einem Aufnahmealter von 60 Jahren, Abschluss von 2 Schritten

35,21 Euro x 2 = 70,42 Euro


Kündigungsfrist

Die Pflegetagegeldstufe kann frühestens zum Ende des ersten Versicherungsjahres gekündigt werden. Geht die Kündigung innerhalb eines Monats nach Erhalt der Versicherungsbestätigung bei uns ein, so wird die Kündigung bereits zum Ende des ersten Monats wirksam. Eine Kündigung kann auch für jeden einzelnen Schritt erfolgen.

Werden im Aufnahmeantrag falsche Angaben gemacht, ist die PBeaKK dazu berechtigt, die Pflegetagegeldstufe jederzeit zu kündigen.

Weitere Infos

Weiterführende Informationen erhalten Sie bei unserer Kundenberatung und auf unserer Internetseite www.pbeakk.de.