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Zusatzversicherung – Ergänzungsstufe

Ein Zahn muss überkront werden oder Sie brauchen eine neue Brille? Kaum eine medizinische Versorgung, die heute ohne private Zusatzkosten auskommt. Da können sich mitunter erhebliche Beträge ansammeln. In vielen Fällen rentiert sich eine Ergänzungsstufe zur Grundversicherung. Lesen Sie, für wen sie infrage kommt und welche Kosten sie abdeckt.

Im Gesundheitsbereich setzt der Gesetzgeber immer stärker auf Eigenverantwortung und private Vorsorge. Leistungen, die noch vor Jahren zur Grundsicherung gehörten, wurden eingeschränkt oder ganz gestrichen. Wir bieten Ihnen daher die Ergänzungsstufe, um finanzielle Risiken bei der medizinischen Versorgung abzusichern.

Leistungen

Die Höhe Ihres Versicherungsschutzes legen Sie selbst fest. Sie können zwei Schritte der Ergänzungsstufe abschließen. Leistungen erhalten Sie bei beiden Schritten für die folgenden drei Bereiche:

  • Auslagen, Material- und Laborkosten bei Zahnersatz
    Bei Zahnersatz werden je Schritt der Ergänzungsstufe bis zu 20 Prozent der gesondert berechnungsfähigen Kosten für Auslagen, Material- und Laborleistungen erstattet. Maximal erhalten Sie die Höhe des verbleibenden Selbstbehalts. Die Leistungshöhe hängt vom Versicherungsjahr und dem zugehörigen Zweijahreshöchstsatz ab (siehe Punkt „Begrenzungen“). Je Schritt bekommen Sie maximal 2.820 Euro. Beim Abschluss beider Schritte erhalten Sie maximal 5.640 Euro durch die Ausweitung der Zweijahreshöchstsätze.

  • Sehhilfen (Brillen, Kontaktlinsen oder vergrößernde Sehhilfen)
    Die Kosten für Sehhilfen werden bis zur Höhe des Selbstbehalts übernommen, der nach Anrechnung der zustehenden Leistungen (aus Beihilfe, Grundversicherung der PBeaKK oder eines anderen Kostenträgers) verbleibt. Die Höhe der Leistung je Schritt ist darüber hinaus auf einen Höchstsatz je Versicherungsjahr beschränkt (siehe Punkt „Begrenzungen“). Maximal erhalten Sie je Schritt 180 Euro. Beim Abschluss beider Schritte erhalten Sie maximal 360 Euro je Versicherungsjahr. Weitere Voraussetzungen entnehmen Sie bitte dem Punkt „Sonstiges“.

  • Rehabilitationsmaßnahme
    Wird Ihnen eine vollstationäre Rehabilitationsmaßnahme genehmigt, erhalten Sie ein Tagegeld in Höhe von 8 Euro je Schritt. Beim Abschluss beider Schritte erhalten Sie ein Tagegeld in Höhe von 16 Euro. Ebenfalls wird ein Tagegeld für Mutter-/Vater-Kind- und familienorientierte Rehabilitationsmaßnahmen gezahlt.

Übersicht Leistungen

bei Abschluss vonSchritt 1Schritt 1 und 2
Auslagen, Material- und Laborkosten bei Zahnersatzbis 2.820 €bis 5.640 €
Sehhilfenbis 180 €
bis 360 €
vollstationäre Rehabilitationsmaßnahme 
8 € pro Tag16 € pro Tag

Voraussetzungen

1. Allgemein

Alle Mitglieder in der Grundversicherung der PBeaKK können die Ergänzungsstufe für sich und ihre mitversicherten Angehörigen abschließen. Diese werden auch dann aufgenommen, wenn sie nicht in der Grundversicherung mitversichert sind. Bei Kindern gilt als Voraussetzung die Berücksichtigungsfähigkeit im Familienzuschlag beziehungsweise ein Anspruch auf Kindergeld.

Versicherte ohne Grundversicherung (zum Beispiel Tarifkräfte) und ihre Angehörigen, können die Ergänzungsstufe nur dann abschließen, wenn sie bereits eine Versicherung in einer anderen Zusatzversicherung der PBeaKK (ausgenommen AKV-Stufe) abgeschlossen haben.

Auch wenn Sie als Mitglied nicht selbst in der Ergänzungsstufe versichert sind, können Ihre Angehörigen dort versichert werden.

2. Besonderheiten

Die Aufnahme ist weder von einer Versicherung in einer anderen Zusatzversicherung (zum Beispiel Grundstufe) der PBeaKK abhängig, noch gelten Altersbegrenzungen oder Gesundheitsprüfungen bei einer Neuaufnahme. 

Wartezeiten

Abhängig vom Leistungsbereich gelten folgende Wartezeiten:

  • vollstationäre Rehabilitationsmaßnahme = 8 Monate
  • Auslagen, Material- und Laborkosten bei Zahnersatz = 8 Monate
  • Sehhilfen = 3 Monate

Begrenzungen

Abhängig vom Leistungsbereich gelten folgende Begrenzungen (je Schritt).

  1.Versicherungsjahr Auslagen, Material- und Laborkosten bei Zahnersatz (je Schritt)Sehhilfe
(je Schritt)
Vollstationäre Rehabilitationsmaßnahme ¹

1. Versicherungsjahr

und 

2. Versicherungsjahr 

       

310 €  

50 €42 Tage je Aufenthalt
8 € x 42 Tage = 336 € 
180 €42 Tage je Aufenthalt
8 € x 42 Tage = 336 € 

3. Versicherungsjahr

und

4. Versicherungsjahr


2.180 €

180 €42 Tage je Aufenthalt
8 € x 42 Tage = 336 € 
180 € 42 Tage je Aufenthalt
8 € x 42 Tage = 336 €

5. Versicherungsjahr

und

6. Versicherungsjahr


2.820 €


180 €


42 Tage je Aufenthalt
8 € x 42 Tage= 336 € 

¹ Haben Sie beide Schritte abgeschlossen, erhalten Sie 16 Euro pro Tag für maximal 42 Kalendertage.

Beiträge

Die Beiträge in der Ergänzungsstufe werden abhängig vom Aufnahmealter berechnet. Davon abweichend gilt für Kinder und Voll- und Halbwaisen ein einheitlicher Beitrag von 1,75 Euro je Schritt. Um das Aufnahmealter zu ermitteln, wird vom Aufnahmejahr das Geburtsjahr des zu Versichernden abgezogen. Der Tag und der Monat der Geburt bleiben unberücksichtigt. Mithilfe unseres Beitragsrechners auf unserer Internetseite können Sie sich Ihren persönlichen Beitrag einfach und bequem errechnen.

Beispiel:
Aufnahmejahr 2021 – Geburtsjahr 1961 = Aufnahmealter 60 

Monatsbeiträge in der Ergänzungsstufe (je Schritt in Euro)

In der nachfolgenden Übersicht finden Sie die Beiträge für Neuabschlüsse.

AufnahmealterBeitragAufnahmealterBeitragAufnahmealterBeitrag
bis 164,93438,94 709,80
175,07449,04 719,81
185,22459,13729,82
195,37469,21739,83
20 5,52479,29749,84
215,68489,36759,86
225,84499,42769,87
236,01509,48779,89
246,18519,53789,91
256,35529,58799,93
266,52539,62809,96
276,69549,65819,98
286,85559,688210,01
297,02569,708310,04
307,19579,718410,08
317,35589,728510,12
327,51599,728610,16
337,67609,738710,20
347,82619,738810,25
357,97629,748910,31
368,11639,749010,37
378,25649,759110,43
388,38659,769210,49
398,50669,769310,56
408,62679,779410,63
418,74689,789510,69
428,84699,79 
Kinder, Voll- und Halbwaisen 
1,75

Beispiel:

Monatliche Beitragshöhe bei einem Aufnahmealter von 60 Jahren, Abschluss von 2 Schritten

9,73 Euro x 2 = 19,46 

Sonstiges

1. Allgemein

  • Ein Versicherungsjahr beginnt immer mit dem Datum der Aufnahme in die Ergänzungsstufe Schritt 1 und/oder Schritt 2 und endet automatisch zum 31.12.. Alle folgenden Versicherungsjahre beginnen am 01.01. und enden am 31.12.. Das Versicherungsjahr ist maßgeblich für die Zuordnung von Rechnungen (zum Beispiel Sehhilfen, Material- und Laborkosten) und für die Berechnung der Jahreshöchstsätze. 

    Beispiel: Versicherungsbeginn 1. Juli 2020

  •  1. Versicherungsjahr 1. Juli 2020 bis 31. Dezember 2020
  •  2. Versicherungsjahr 1. Januar 2021 bis 31. Dezember 2021
  •  3. Versicherungsjahr 1. Januar 2022 bis 31. Dezember 2022

Von Versicherten, die nicht in der Grundversicherung sind, benötigen wir bei der Beantragung des Tagegeldes eine Bescheinigung des zuständigen Kostenträgers. Daraus müssen Aufnahme- und Entlassdatum sowie die Rechtsgrundlage für die Bewilligung hervorgehen. Möchten Sie Leistungen für Sehhilfen oder für Auslagen, Material- und Laborkosten bei Zahnersatz in Anspruch nehmen, benötigen wir einen Nachweis über die Höhe der Leistungen, die durch einen anderen Kostenträger erbracht wurden (Beihilfe, gesetzliche Krankenkasse, private Krankenversicherung). Diese Unterlagen fügen Sie bitte einem Leistungsantrag bei.

Eine Kündigung ist frühestens zum Ende des ersten Versicherungsjahres möglich. Geht diese innerhalb eines Monats nach Erhalt der Versicherungsbestätigung bei der PBeaKK ein, wird die Kündigung bereits zum Ende des ersten Monats wirksam. Eine Kündigung kann für jeden einzelnen Schritt erfolgen.

  • Bitte beachten Sie: Tarifkräfte und ihre Angehörigen, die in keiner anderen Zusatzversicherung der PBeaKK versichert sind, können nach Beendigung der Ergänzungsstufe nicht erneut in die Zusatzversicherung aufgenommen werden.

2. Auslagen, Material- und Laborkosten bei Zahnersatz

  • Zahnbehandlungen, die bereits vor Versicherungsbeginn begonnen wurden, sind vom Versicherungsschutz ausgenommen.
  • Maßgeblich für die Zuordnung zum Versicherungsjahr ist das Datum der Zahnarztrechnung.

3. Sehhilfen

  • Für die Anschaffung einer Sehhilfe muss eine ärztliche Verordnung beziehungsweise eine Refraktionsbestimmung durch den Augenoptiker vorgelegt werden.
  • Leistungen für die erneute Beschaffung einer Sehhilfe werden je Versicherungsjahr bis zum Höchstbetrag gezahlt:
    • bei Änderung der Sehschärfe (Refraktion),
    • bei unveränderter Sehschärfe unabhängig von der Art der Sehhilfe,
    • bei Verlust oder Unbrauchbarkeit durch Beschädigung der bisherigen Sehhilfe,
    • bei einer Veränderung der Kopfform.
  • Für Sonderausführungen von Brillengläsern (zum Beispiel getönte Gläser, Kunststoffgläser) erhalten Sie Leistungen.
  • Leistungen für die Reparatur erhalten Sie, wenn die Sehhilfe aufgrund einer Beschädigung unbrauchbar geworden ist.
  • Wenn Sie mit Ihrer Brille oder Ihren Kontaktlinsen gewöhnliche Zeitungsschrift nicht mehr lesen können, haben Sie die Möglichkeit, eine vergrößernde Sehhilfe (Lupe, Leselupe, Leselineal, Fernrohrbrille, Fernrohrlupenbrille, elektronisches Lesegerät oder Prismenlupenbrille) zu besorgen. Voraussetzung ist die Vorlage einer augenärztlichen Verordnung.
  • Die Kosten einer Refraktionsbestimmung durch einen Augenoptiker.
  • Keine Leistungen erhalten Sie für
    • Pflege- und Reinigungsmittel für Sehhilfen,
    • Brillenetuis,
    • Brillenversicherungen. 

4. Vollstationäre Rehabilitationsmaßnahme

Für Rehabilitationsmaßnahmen, Anschlussheilbehandlungen (AHB)  oder Suchtbehandlungen wird das Tagegeld gezahlt. Ebenso für Mutter-/Vater-Kind- und familienorientierte Rehabilitationsmaßnahmen.