PostbeamtenKrankenkasse

Psychotherapeutische Behandlung
Mitgliedergruppe: B

Das Leben wieder genießen – ohne sich mit übermäßigen Ängsten oder belastenden Gedanken plagen zu müssen: das ist das Ziel einer Psychotherapie. Hierbei unterstützen wir Sie mit unseren Leistungen.  

Psychotherapie im Überblick

Ob Depressionen, Angststörungen oder Zwänge: Wenn die Psyche leidet, leidet der ganze Mensch. Das tägliche Handeln und Denken fällt schwer, Gefühle werden als fremd erlebt. Manchmal können sich Betroffene selbst oder mithilfe ihrer Familie und Freunden aus der Krise befreien. In anderen Fällen hilft eine Psychotherapie: Gemeinsam mit Ihrem Therapeuten arbeiten Sie an Ihren seelischen Beschwerden und erleben, wie Schritt für Schritt Ihre Persönlichkeit gestärkt wird.

Zur Psychotherapie zählen folgende Behandlungsverfahren:

  • Verhaltenstherapie
  • analytische Psychotherapie
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • psychosomatische Grundversorgung 

Ihr Facharzt oder Ihr psychologischer Psychotherapeut entscheidet mit Ihnen über die Wahl des Behandlungsverfahrens und beantragt mit Ihnen gemeinsam eine Kostenübernahme. Über diesen Antrag entscheiden wir in einem Genehmigungsverfahren. Hierzu beziehen wir einen psychotherapeutischen Gutachter ein. 

Berufsgruppen, die eine Psychotherapie durchführen

In der Regel kann Ihr Hausarzt Ihnen einen geeigneten Therapeuten empfehlen. Sie haben grundsätzlich freie Wahl unter psychotherapeutisch tätigen Ärzten, staatlich zugelassenen psychologischen Psychotherapeuten sowie Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten.

Im Einzelnen sind dies nachfolgende Personenkreise:

  • Fachärzte der psychotherapeutischen oder psychosomatischen Medizin und Psychotherapie
  • Fachärzte der Psychiatrie und Psychotherapie
  • Fachärzte der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Ärzte mit der Bereichsbezeichnung beziehungsweise Zusatzbezeichnung „Psychotherapie“ oder „Psychoanalyse“ 
  • staatlich zugelassene psychologische Psychotherapeuten
  • Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten 

Möchten Sie Ihre Behandlung bei einem psychologischen Psychotherapeut mit einer staatlichen Zulassung durchführen, so muss dieser: 

  • zur vertragsärztlichen Versorgung der gesetzlichen Krankenkassen zugelassen sein oder 
  • in das Arztregister eingetragen sein oder 
  • über eine abgeschlossene Ausbildung in tiefenpsychologisch fundierter und analytischer Psychotherapie verfügen.

Falls Sie für Ihr Kind eine Psychotherapie vereinbaren möchten, so kommen hierfür noch mehr Berufsgruppen infrage: nämlich Personen, denen hierfür eine ausdrückliche Berechtigung durch die Kassenärztliche Vereinigung erteilt wurde. Gleiches gilt für Gruppentherapien. Sprechen Sie daher den von Ihnen gewünschten Therapeuten auf seine kassenärztliche Zulassung an.

Ihre Voraussetzungen für eine Psychotherapie

Wir erstatten Ihre Kosten für eine Verhaltenstherapie, eine tiefenpsychologisch fundierte oder eine analytische Psychotherapie, wenn:

  • die Behandlung bei bestimmten Krankheitsbildern der Besserung oder Heilung Ihrer seelischen Krankheit dient und
  • bei Ihnen nach Erhebung Ihrer Krankheitsvorgeschichte ein Behandlungserfolg in Aussicht steht und
  • Notwendigkeit, Art und Umfang der von Ihnen gewünschten Therapie vor Behandlungsbeginn durch ein vertrauensärztliches Gutachten anerkannt wurde.

In der Begutachtung wird geprüft, ob bei Ihnen ein Krankheitsbild vorliegt, für welches wir Kosten übernehmen können. Außerdem wird sichergestellt, dass Ihr Therapeut für die Behandlung geeignet ist und Ihre Therapie nach den aktuell akzeptierten Standards durchführt. Ferner wird garantiert, dass es sich um eine anerkannte Behandlungsmethode bei bestimmten Krankheitsbildern handelt.

Schritte zur Psychotherapie

Ein Besuch beim Hausarzt ist ein erster wichtiger Schritt um Hilfe zu erhalten. Ihr Hausarzt analysiert Ihre persönliche Situation und bespricht mit Ihnen, welche Therapiemöglichkeiten für Sie geeignet sind. Denn die Behandlung von seelischen Erkrankungen ist immer individuell: Je nachdem, wie Ihre Ausgangssituation ist, kommen verschiedene Therapieformen in Betracht – alle mit dem Ziel, Ihre Symptome zu lindern und Ihre Lebensqualität zu steigern. Sie können aber auch gerne selbst einen geeigneten Therapeuten recherchieren: eine ärztliche Überweisung ist nicht nötig.

Haben Sie einen möglichen Therapeuten gefunden, durchlaufen Sie gemeinsam mit ihm einige vorbereitende Probesitzungen – die sogenannten probatorischen Sitzungen. Ihr Therapeut ermittelt im Laufe von fünf beziehungsweise acht Probesitzungen (bei der analytischen Psychotherapie) das geeignete Behandlungsverfahren für Sie und beantragt mit Ihnen gemeinsam die Kostenübernahme bei uns.

Ihr Therapeut legt dem Antrag auch einen Bericht bei. Falls Sie sich von einem psychologischen Psychotherapeut behandeln lassen möchten, benötigen wir darüber hinaus einen ergänzenden Bericht Ihres Hausarztes: Dieser muss abklären, dass nicht eine körperliche Erkrankung die Ursache für Ihre psychischen Beschwerden ist.

Ihr Antrag auf Psychotherapie

Wir benötigen von Ihrem Therapeuten einen Antrag, wenn Sie an einer der folgenden Therapieformen teilnehmen:

  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • analytische Psychotherapie
  • Verhaltenstherapie mit mehr als 10 Einzelbehandlungen von je mindestens fünfzigminütiger Dauer
  • Verhaltenstherapie mit mehr als 20 Gruppenbehandlungen von je mindestens hundertminütiger Dauer

Senden Sie Ihren Antrag in einem verschlossenen Umschlag an die Postbeamtenkrankenkasse, 70467 Stuttgart. Fügen Sie die Angaben zu Ihrer Krankheitsgeschichte in einem verschlossenen Umschlag bei und beschriften Sie diesen Umschlag als „vertrauliche Arztsache“. Weitere Hinweise erhalten Sie in den Antragsunterlagen.

  • Sobald wir das Ergebnis des Gutachtens haben, informieren wir Sie, ob und in welchem Umfang wir eine Psychotherapie anerkennen. Erfahrungsgemäß dauert unser Begutachtungsverfahren mindestens drei Wochen.
  • In der Verhaltenstherapie erkennen wir bis zu 10 Einzelbehandlungen oder bis zu 20 Gruppenbehandlungen ohne Gutachterverfahren an. Hierzu benötigen wir einen formlosen Antrag Ihres Therapeuten, aus dem die beantragte Sitzungszahl, die Diagnose und seine staatliche Zulassung hervorgehen.   

Ihre persönlichen Daten sind sicher

Wir beachten sämtliche datenschutzrechtliche Aspekte, sodass das Verfahren anonymisiert abläuft. Statt Ihres Namens verwenden wir einen sogenannten „Pseudonymisierungscode“, der aus Ihrer Versicherungsnummer und Ihrem Geburtsdatum besteht. Diese Codierung ergibt daher nur für uns und für Sie selbst einen Sinn.

Für die Umschläge, die Sie zur Einsendung der Unterlagen verwenden, haben wir den Antragsvordrucken entsprechende Pseudonymisierungscodes beigelegt, welche Sie bitte auf die Briefumschläge aufkleben. Bitte verwenden Sie diese unbedingt, damit ein reibungsloser Ablauf sichergestellt ist. Die Antragsunterlagen verbleiben bei uns.

Die Unterlagen, die Sie in einem „als vertrauliche Arztsache“ gekennzeichneten Umschlag einreichen, gehen in diesem geschlossenen Umschlag direkt an unseren Gutachter und verbleiben für eventuelle Fragen dort. Das Gleiche gilt für die pseudonymisierten Angaben Ihres Therapeuten zur vorliegenden Erkrankung und zur geplanten Therapie.

Eigenes Antragsrecht für Angehörige

Sie sind mit Ihrem Ehepartner mitversichert und möchten Ihren Antrag nicht über ihn stellen – sondern selbst? Liegt eine sogenannte unbillige Härte vor, können Sie Ihren Wunsch nach einem eigenen Antragsrecht formlos gegenüber uns formulieren. Dies betrifft beispielsweise Ehepartner, die in Trennung leben oder Angehörige in prekären innerfamiliären Verhältnissen, die eine vertrauliche Behandlung wünschen. Als mitversicherte  Angehörige erhalten Sie in diesen Fällen ein eigenes Antragsrecht, jedoch keinen eigenen Beihilfeanspruch. Dieser verbleibt beim Mitglied, über das Sie bei uns mitversichert sind – also der beihilfeberechtigten Person. 

Antragsstellung bei einem fremden Beihilfeträger

Falls Sie Ihre Beihilfe nicht von uns, sondern von einer anderen Beihilfefestsetzungsstelle erhalten, dann wenden Sie sich wegen Ihrer Antragstellung zunächst an Ihre zuständige Beihilfestelle. Ihre Beihilfestelle informiert Sie dann über die Genehmigung Ihrer Psychotherapie: Sie erhalten einen Bescheid. Versicherungsleistungen erkennen wir an, wenn Sie uns eine Kopie dieses Bescheids zusenden. Sollten der Name und die Anschrift Ihres Therapeuten im Bescheid nicht enthalten sein, benötigen wir diese Angaben ebenfalls von Ihnen. 

Unsere Leistungen für eine Psychotherapie

Psychotherapeutische Leistungen sind bis zum 1,9-fachen Satz nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) erstattungsfähig. Im Einzelnen bieten wir Ihnen nach unserer Genehmigung folgende Leistungen:

Unsere Leistungen für Erwachsene

Therapieformen im Fall von Erwachsenen

Erstgenehmigung  von Einzelsitzungen bis zu:Folgegenehmigung in Ausnahmefällen (erneuter Antrag notwendig) von Einzelsitzungen bis zu:Erstgenehmigung von Gruppensitzungen bis zu: Folgegenehmigung in Ausnahmefällen (erneuter Antrag notwendig) von Gruppensitzungen bis zu:
Tiefenpsychologische Psychotherapie60406020
Analytische Psychotherapie
1601408070
Verhaltenstherapie60206020

Unsere Leistungen für Kinder (bis zum 14. Lebensjahr) und Jugendliche (zwischen 14. und 21. Lebensjahr)

Therapieformen im Fall von Kindern und Jugendlichen

Erstgenehmigung von Einzelsitzungen bis zu:Folgegenehmigung in Ausnahmefällen (erneuter Antrag notwendig) von Einzelsitzungen bis zu:Erstgenehmigung von Gruppensitzungen bis zu: Folgegenehmigung in Ausnahmefällen (erneuter Antrag notwendig) von Gruppensitzungen bis zu:
Tiefenpsychologische fundierte oder analytische Psychotherapie

Kind: 70
Jugendliche/r: 90

Kind: 80
Jugendliche/r: 90

 6030
Verhaltenstherapie602060 20

Welche genaue Sitzungszahl in Ihrem Fall erforderlich ist, wird von Ihrem Psychotherapeuten vorgeschlagen und von unserem Gutachter geprüft. Einzelsitzungen dauern unabhängig vom Lebensalter mindestens 50 Minuten und Gruppensitzungen mindestens 100 Minuten.

Möchten Sie Ihre Therapie verlängern, so benötigen wir eine erneute eingehende Begründung Ihres Psychotherapeuten und die vorherige Anerkennung im Gutachterverfahren. In besonders begründeten Ausnahmefällen genehmigen wir Ihnen dann weitere Sitzungen.

Psychotherapeutische Akutbehandlung

Bei der sogenannten Akutbehandlung handelt es sich um eine Soforthilfe bei plötzlich auftretenden psychischen Krisen- und Ausnahmezuständen. Die Akutbehandlung eignet sich ideal zur Überbrückung des Zeitraums, in dem die gutachterliche Entscheidung zu Ihrer Psychotherapie getroffen wird. Voraussetzung für unsere Erstattung ist, dass bei Ihnen ein akuter Behandlungsbedarf in einer probatorischen Sitzung (Probesitzung) festgestellt wurde, und dass Sie eine Psychotherapie bei uns beantragt haben.

Nicht erstattungsfähige Therapieformen

Wir erstatten keine Kosten für folgende Therapieformen: Familientherapie, funktionelle Entspannung nach M. Fuchs, Gesprächspsychotherapie, Gestaltungstherapie, körperbezogene Therapie, konzentrative Bewegungstherapie, Logotherapie, Musiktherapie, Heileurhythmie, Psychodrama, respiratorisches Biofeedback und Transaktionsanalyse. Nicht erstattungsfähig sind zudem Therapien, welche der schulischen, beruflichen oder sozialen Anpassung oder Förderung dienen sollen oder auf eine allgemeine Lebensberatung abzielen

Die Therapieform „Katathymes Bilderleben“ erstatten wir ausschließlich im Rahmen eines übergeordneten tiefenpsychologischen Therapiekonzepts. Eine rational emotive Therapie ist ausschließlich innerhalb eines verhaltenstherapeutischen Behandlungskonzepts erstattungsfähig. 

Unser Leistungsrahmen für eine psychosomatische Grundversorgung

Ob systematische Einzelgespräche, autogenes Training oder Hypnose – Ihre Aufwendungen für die sogenannte „psychosomatische Grundversorgungen“ sind je Krankheitsfall erstattungsfähig für:

  • verbale Intervention als Einzelbehandlung für bis zu 25 Sitzungen oder
  • autogenes Training und Jacobsonsche Relaxationstherapie als Einzel- oder Gruppenbehandlung für bis zu zwölf Sitzungen oder
  •  Hypnose als Einzelbehandlung für bis zu zwölf Sitzungen

Eine Genehmigung oder ein Gutachten ist für unsere Kostenübernahme nicht erforderlich. Bitte beachten Sie jedoch die nachfolgenden Hinweise zu den einzelnen Therapieformen.

Verbale Intervention

Wir erstatten eine verbale Intervention, wenn die Maßnahme von einem der folgenden Ärzte durchgeführt wird:

  • Facharzt für Allgemeinmedizin
  • Augenarzt
  • Gynäkologe
  • Hautarzt
  • Facharzt für Phoniatrie und Pädaudiologie
  • Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie
  • Facharzt für innere Medizin
  • Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin
  • Neurologe
  • Psychiater
  • Urologe 

Bitte beachten Sie: Leistungen der verbalen Intervention dürfen nicht in derselben Sitzung mit anderen Leistungen der psychosomatischen Grundversorgung kombiniert werden. Des Weiteren sind gleichzeitige Behandlungen von psychotherapeutischen Leistungen nicht beihilfefähig. 

Übende und suggestive Verfahren

Egal, ob autogenes Training, Jacobsonsche Relaxationstherapie oder Hypnose – wir übernehmen Ihre Kosten für übende und suggestive Verfahren wenn die Maßnahme von einem der folgenden Berufsgruppen durchgeführt wird:

  • Arzt
  • psychologischer Psychotherapeut
  • Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut

Bitte achten Sie darauf, dass der von Ihnen gewünschte Therapeut über entsprechende Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung solcher Verfahren verfügt.

Psychosomatische Nachsorge

Sie waren in einem Krankenhaus und haben dort an einer stationären psychosomatischen Behandlung teilgenommen? Dann haben Sie die Möglichkeit, eine ambulante psychosomatische Nachsorge in Anspruch zu nehmen: Hierfür übernehmen wir Ihre Aufwendungen für bis zu sechs Monate – bis zur Höhe der Vergütung nach den gesetzlichen Krankenkassen oder des Rentenversicherungsträgers.