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Neuropsychologische Therapie

Verletzungen des Gehirns und des Zentralnervensystems haben nicht nur körperliche Folgen – sondern auch seelische. Daher erleben die betroffenen Patienten neben physischen Beschwerden wie Lähmungen oder Sprachstörungen auch Beeinträchtigungen in ihrer geistigen Leistungsfähigkeit, im Gefühlsleben oder im Sozialverhalten. Hier unterstützen wir Sie mit unseren Leistungen zur neuropsychologischen Therapie: ein psychologisches Therapieverfahren, in dem organisch bedingte psychische Störungen behandelt werden. 

Ziele der neuropsychologischen Therapie

Mithilfe einer neuropsychologischen Therapie werden akut erworbene Hirnschädigungen oder Hirnerkrankungen durch spezielle Therapiemethoden und therapeutische Programme behandelt. Hierbei erlernen Sie als Patient, sich mit Ihrer veränderten Lebenssituation auseinanderzusetzen, Ihre Erkrankung und deren Folgen zu erkennen. Ihr Therapeut unterstützt Sie dabei, diese lebensverändernden Faktoren psychisch angemessen zu verarbeiten.

Die neuropsychologische Therapie beinhaltet neben der Integration von erlernten Fertigkeiten auch das Erlernen von kompensatorischen Strategien und die Versorgung mit technischen Hilfsmitteln – beispielsweise Gedächtnisbuch oder tragbare Memo-Computer. Ihre Bezugspersonen werden, wenn möglich, in die Therapie mit einbezogen. 

Ablauf einer neuropsychologischen Therapie

Erste Anlaufstelle für eine neuropsychologische Therapie ist Ihr behandelnder Arzt. Falls dieser eine entsprechende Therapie für notwendig hält, wird er Sie an einen entsprechend qualifizierten Therapeuten überweisen.

Ihr Therapeut wird Ihre Krankheitsgeschichte aufnehmen und zunächst fünf Probesitzungen mit Ihnen durchführen. Mit dem Beginn der Therapie erstellt Ihr Therapeut eine ausführliche Diagnostik, die einen detaillierten Überblick über vorhandene Stärken und Schwächen Ihrer Erkrankung darlegt. Gemeinsam mit Ihnen wird individuell Ihre Therapie geplant. Ihre Behandlung erfolgt dabei in einem Umfang von wöchentlich einer bis zwei Therapieeinheiten über mehrere Monate. 

Ihre Voraussetzungen für eine neuropsychologische Therapie

Wir übernehmen Ihre Kosten für eine neuropsychologische Therapie, wenn bei Ihnen eine akut erworbene Hirnerkrankung oder eine Hirnschädigung vorliegt – insbesondere nach einem Schlaganfall oder einem Schädelhirntrauma. Weitere Voraussetzungen sind, dass die Behandlung Ihren Krankheitszustand verbessert, und dass die vorgesehene Therapie nach allgemeinen wissenschaftlichen Erkenntnissen dafür geeignet ist.

Damit wir Ihre Kosten erstatten können, benötigen wir von unseren B-Mitgliedern einen Leistungsantrag. Reichen Sie uns diesen mit folgenden Unterlagen ein:

  • eine ärztliche Bescheinigung über die medizinische Notwendigkeit Ihrer Therapie und
  • Ihre Rechnung mit Angaben des Behandlungszeitraums und der Anzahl der Therapiesitzungen.

Eine Genehmigung oder ein Gutachten ist bei der neuropsychologischen Therapie nicht notwendig.

Berufsgruppen, die eine neuropsychologische Therapie durchführen

In der Regel kann Ihr Hausarzt Ihnen einen geeigneten Therapeuten empfehlen. Im Einzelnen kommen folgende Fachärzte infrage:  

  • Facharzt für Neurologie
  • Facharzt für Nervenheilkunde, Psychiatrie und Psychotherapie
  • Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin mit dem Schwerpunkt Neuropädiatrie
  • Facharzt für Neurochirurgie und Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie

Sie können Ihre Behandlung auch bei einem ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten durchführen lassen. Achten Sie jedoch darauf, dass Ihr Therapeut über eine neuropsychologische Zusatzqualifikation verfügt. 

Unsere Leistungen für eine neuropsychologische Therapie

Einzelbehandlung von ErwachsenenGruppenbehandlung bei Erwachsenen
Behandlung von Kindern und Jugendlichen
Therapieeinheit mindestens 25 MinutenTherapieeinheit mindestens 50 Minuten
Therapieeinheit mindestens 50 MinutenTherapieeinheit mindestens 100 MinutenTherapieeinheit mindestens 50 Minuten
Therapieeinheit mindestens 100 Minuten 
120 Sitzungen
60 Sitzungen

80 Sitzungen

40 Sitzungen
80 Sitzungen
40 Sitzungen 

In besonders begründeten Ausnahmefällen genehmigen wir Ihnen gerne weitere Sitzungen.

Nicht erstattungsfähige Erkrankungen

Für folgende Erkrankungen können wir im Rahmen der neuropsychologischen Therapie keine Kosten übernehmen:

  • angeborene Einschränkungen oder Behinderung der Hirnleistungsfunktion ohne sekundäre organische Hirnschädigung: Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom mit oder ohne Hyperaktivität (ADHS oder ADS), Intelligenzminderung.
  • Hirnerkrankung mit fortschreitendem Verlauf: mittel- und hochgradige Demenz vom Alzheimertyp
  • Hirnerkrankungen mit neuropsychologischen Defiziten bei Erwachsenen, die länger als fünf Jahre zurückliegen