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Hörgeräte

Unser Gehör ist eines der wichtigsten Sinnesorgane. Lässt Ihr Gehör nach, gibt es eine Vielzahl von Hörhilfen, die dazu beitragen, Ihre Hörbehinderung auszugleichen. Mit diesem Ratgeber informieren wir Sie über unsere Versorgung mit Hörgeräten.  

Wissenswertes vor der Entscheidung für ein Hörgerät

Die Anpassung Ihres Hörgeräts erfolgt in der Regel bei einem Hörgeräteakustiker. Bevor Sie diesen aufsuchen, lassen Sie die Art Ihrer Hörstörung durch einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt) abklären. Wenn Ihr HNO-Arzt ein Hörgerät für notwendig hält, erhalten Sie eine entsprechende ärztliche Verordnung.

Vor dem Kauf empfiehlt es sich, einen möglichst umfassenden Eindruck von der Leistung des Hörgeräts zu bekommen. Probieren Sie verschiedene Geräte aus und tragen Sie diese in möglichst vielen unterschiedlichen Situationen – beispielsweise in der Natur, im Restaurant, bei der Arbeit, beim Fernsehen, im Kino oder beim Sport. Sinnvoll ist auch, dass Ihr HNO-Arzt abschließend Ihre Hörverbesserung mit dem Gerät nochmals prüft.

Leistungen

Unter Hörgeräten verstehen wir folgende Versorgungsformen:

  • Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO-Geräte),
  • Taschengeräte,
  • Hörbrillen,
  • Schallsignale überleitende Geräte (C.R.O.S.-Geräte, Contralateral Routing of Signals),
  • drahtlose Hörhilfen,
  • Otoplastik und
  • In-dem-Ohr-Geräte (IdO-Geräte).

Ihre Aufwendungen für ärztlich verordnete Hörgeräte erstatten wir Ihnen ohne vorherige Genehmigung. Für Personen ab dem 15. Lebensjahr ist unsere Erstattung grundsätzlich auf 1.500 Euro je Ohr begrenzt. Sollte eine Fernbedienung Ihres Hörgeräts medizinisch notwendig sein, sind Ihre Kosten hierfür zusätzlich erstattungsfähig.

Sofern Sie unsere ISH-Stufe abgeschlossen haben, deckt diese weitere Kosten in Höhe von bis zu 80 Prozent Ihres Selbstbehalts beziehungsweise bis zu 900 Euro je Ohr ab.

Der Höchstbetrag von 1.500 Euro gilt nicht:

  • bei Hörgeräteversorgungen für Kinder bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres.
  • bei Personen, die das 15. Lebensjahr vollendet und eine beidseitig an Taubheit grenzende Schwerhörigkeit haben oder wenn ein vergleichbar schwerwiegender Sachverhalt vorliegt.

In diesen Ausnahmefällen benötigen wir eine entsprechend aussagekräftige ärztliche Stellungnahme.

Ersatz von Hörgeräten

Einen Ersatz von Hörgeräten erstatten wir grundsätzlich frühestens nach Ablauf von fünf Jahren.

Ausnahme: Wenn bei Ihnen aus medizinischen oder technischen Gründen eine vorzeitige Versorgung zwingend erforderlich ist. In diesem Fall benötigen wir neben Ihrer ärztlichen Verordnung auch eine ärztliche Begründung für die vorzeitige Versorgung.

Reparaturen und Zubehör zum Hörgerät

Für eine Reparatur, die Innenreinigung Ihres Hörgerätes oder den Austausch eines Ohrpassstücks (Otoplastik) benötigen wir keine ärztliche Verordnung.

Bei Kindern erstatten wir bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres die Kosten für Hörgeräte-Batterien. Nicht erstattet werden die Kosten für Hörgeräte-Batterien (inkl. Akkus) für Personen, die das 18. Lebensjahr bereits überschritten haben. Auch Aufwendungen für Pflege- und Reinigungsmittel, Hörgeräteetuis, Ladegeräte für Akkus und Batterien, Fernsehkopfhörer, externe Mikrophone oder eine Hörgeräteversicherung sind nicht erstattungsfähig.

Cochlea-Implantat

Bitte beachten Sie: Cochlea-Implantate zählen nicht zu den Hörgeräten, es gelten daher nicht die oben genannten Voraussetzungen. So sind beispielsweise auch die Kosten für Batterien zu Cochlea-Implantaten erstattungsfähig.

Sofern Ihnen Ihr Arzt zu einem Cochlea-Implantat rät, empfehlen wir Ihnen, sich mit uns in Verbindung zu setzen – wir beraten Sie gerne.

Übertragungsanlagen

Eine drahtlose Übertragungsanlage (beispielsweise FM-Anlage) besteht aus einem Sendermikrofon und einem an das Hörgerät gekoppelten Empfänger und dient einer Verbesserung des Nutz- beziehungsweise Störschallverhältnisses für den Nutzer. Diese Übertragungsanlagen erkennen wir zusätzlich zu einem Hörgerät oder Cochlea-Implantat an. Eine Erstattung kann außerdem erfolgen, wenn nach einer differenzierten fachärztlichen Diagnostik deutlich wird, dass neben dem Bestehen einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung auch eine Einschränkung des Sprachverständnisses im Störschall besteht.