PostbeamtenKrankenkasse

Fahrtkosten

Ob Krankenwagen, öffentliche Verkehrsmittel oder Auto: Während der Behandlung einer Krankheit entstehen Ihnen oftmals Beförderungskosten. Welche davon übernimmt Ihre PBeaKK? Und welche Voraussetzungen sind dafür erforderlich? Wir haben Ihnen alle Informationen rund um das Thema "Fahrtkosten" zusammengestellt. 

Grundvoraussetzungen für alle Fahrten: 

  • Um Ihre Fahrtkosten zu erstatten, benötigen wir eine ärztliche Verordnung. Einzige Ausnahme: Rettungsfahrten bei einem akuten Notfall.
  • Ihre Fahrten müssen aufgrund einer Krankheit beziehungsweise aus medizinischen Gründen notwendig sein. Diesen medizinisch notwendigen Grund muss Ihr Arzt auf seiner Verordnung angeben.
  • Wir übernehmen Ihre Fahrtkosten bis zur nächstgelegenen geeigneten Behandlungsstätte. Wünschen Sie die Behandlung an einem weiter entfernten Ort, können wir diese Mehrkosten nicht übernehmen.

Anlässe, die wir anerkennen 

Rettungsfahrten

Wir übernehmen Ihre Kosten für Rettungsfahrten bei einem akuten Notfall. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine anschließende stationäre Behandlung erforderlich ist oder nicht. Für Rettungsfahrten benötigen Sie selbstverständlich keine ärztliche Verordnung.  

Stationäre Krankenbehandlung

Wir erstatten Ihre Fahrtkosten zur stationären Krankenbehandlung bis zum nächstgelegenen und geeigneten Krankenhaus, sofern Sie uns eine medizinische Notwendigkeit mit einer ärztlichen Verordnung nachweisen.

Bei einer Taxibenutzung müssen Sie zwingende medizinische Gründe nachweisen, weshalb Sie keine öffentliche Verkehrsmittel oder kein privates Auto benutzen können.

Verlegungsfahrten zwischen zwei Krankenhäusern erkennen wir ausschließlich in Ausnahmefällen an. Dafür müssen Sie eine vorherige Genehmigung von uns einholen oder eine ärztliche Bescheinigung einreichen, in der die zwingende medizinische Notwendigkeit der Verlegung deutlich wird. Lassen Sie sich zusätzlich bescheinigen und begründen, dass es sich um das nächstgelegene geeignete Krankenhaus gehandelt hat.  

Vor - oder nachstationäre Behandlungen

Wir erstatten Ihre Fahrtkosten zur vor- oder nachstationären Behandlung bis zum nächstgelegenen und geeigneten Krankenhaus, wenn sich aus Ihrer ärztlichen Verordnung eine medizinische Notwendigkeit ergibt. Bei einer Taxibenutzung müssen Sie zwingende medizinische Gründe nachweisen, weshalb Sie keine öffentliche Verkehrsmittel oder kein privates Auto benutzen können.

Ambulante Operation

Sie planen eine Operation, die ohne einen Krankenhausaufenthalt stattfindet? Wenn Sie uns eine ärztliche Verordnung mit einer medizinischen Notwenigkeit einreichen, erstatten wir Ihre Fahrtkosten bis zum nächstgelegenen und geeigneten Krankenhaus oder zur nächstgelegenen und geeigneten Arztpraxis. Wir übernehmen in diesem Fall zudem Ihre Fahrtkosten für eine Vor- und Nachbehandlung. Bei einer Taxibenutzung müssen Sie zwingende medizinische Gründe nachweisen, weshalb Sie keine öffentliche Verkehrsmittel oder kein privates Auto benutzen können. 

Ambulante Krankenbehandlung in Ausnahmefällen

Egal, ob Sie zu Ihrem Facharzt oder Ihrem Hausarzt fahren: Ihre Fahrten zu ambulanten Krankenbehandlungen erkennen wir ausschließlich in Ausnahmefällen an. Sie benötigen daher unsere vorherige Genehmigung.

Ausnahmen: In den folgenden Fällen benötigen Sie keine vorherige Genehmigung von uns – wir übernehmen Ihre Fahrtkosten bis zur nächstgelegenen geeigneten Behandlungsmöglichkeit, wenn Sie uns eine ärztliche Verordnung einreichen.

  • Sie besitzen einen Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen „aG“ (außergewöhnliche Gehbehinderung), „Bl“ (blind) oder „H“ (hilflos).
  • Sie sind in den Pflegegrad 3, 4 oder 5 eingestuft.
  • Sie fahren zur ambulanten Dialyse.
  • Sie fahren zu einer onkologischen Chemo- oder Strahlentherapie.  

Fahrten ohne zwingenden medizinischen Grund – beispielsweise zum Abstimmen von Terminen, Erfragen von Befunden, Abholen von Verordnungen – erkennen wir nicht an. 

Besuch eines im Krankenhaus aufgenommenen Kindes oder Jugendlichen

Ihr minderjähriges Kind ist im Krankenhaus und Sie möchten es besuchen? Hierfür gelten folgende Regeln: Wir erkennen die Fahrten eines Elternteils an, wenn entsprechende medizinische Gründe vorliegen: wegen des Alters Ihres Kindes und aufgrund der Schwere der Erkrankung bei einer stationären Langzeittherapie. Wir benötigen hier ein amtsärztliches Gutachten oder eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung.

Nicht erstattungsfähige Fahrten

Haben Sie während Ihrer Urlaubsreise einen Unfall oder werden krank, erstatten wir keinen Rücktransport nach Deutschland. Mögliche Kosten für einen medizinisch notwendigen und ärztlich angeordneten Rücktransport können Sie mit unserer Auslandsreisekrankenversicherung (AKV-Stufe) absichern. Fahrt- und Flugkosten zu Behandlungen außerhalb der Europäischen Union übernehmen wir nicht.

Ebenso sind Ihre Fahrtkosten von zuhause ins Pflegeheim oder zur Kurzzeitpflege und zurück nicht erstattungsfähig, da es sich um einen vorübergehenden Wohnortwechsel handelt.

Das geeignete Transportmittel

Ob Krankenwagen, Auto oder Zug: Bitte achten Sie darauf, welches Transportmittel Ihnen von Ihrem Arzt verordnet wurde. Geben Sie das benötigte Transportmittel genau an, wenn Sie Ihre Fahrt beauftragen. So vermeiden Sie, dass Ihnen höhere Kosten in Rechnung gestellt werden als von uns erstattet werden können.

Krankentransportwagen (KTW)

Einen Krankentransportwagen erkennen wir an, wenn aus ärztlicher Sicht die fachliche Betreuung oder die Nutzung der besonderen Einrichtungen eines Krankentransportwagens zum Zeitpunkt der Verordnung notwendig war. Achten Sie daher darauf, dass diese Notwendigkeit aus Ihrer ärztlichen Verordnung hervorgeht. Wir erstatten Ihnen die nach Landes- oder Kommunalrecht gültigen Beträge. 

Übrigens: Ihre fachliche Betreuung in einem Krankentransportwagen wird in der Regel durch qualifiziertes, nicht-ärztliches Personal, wie Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten, garantiert. 

Liegemietwagen oder Behindertentransportwagen 

Ist ein Transport nur liegend, in einem Tragestuhl oder im Rollstuhl möglich, kann Ihr Arzt Ihnen einen sogenannten Liegemietwagen oder einen Behindertentransportwagen verordnen. Diese Transporte werden von vielen Taxiunternehmen, Wohlfahrtsorganisationen oder Krankentransportdiensten mit speziellen Fahrzeugen durchgeführt. Die Fahrten erfolgen dabei ohne fachliche Betreuung. 

Um Ihre Kosten erstatten zu können, benötigen wir eine ärztliche Verordnung, in der die medizinische Notwendigkeit des Transports mit einem Liegemietwagen oder einem Behindertentransportwagen hervorgeht. Wir erstatten Ihnen die entstandenen notwendigen Kosten. 

Privater PKW

Bei Fahrten mit einem privaten Auto erkennen wir 0,20 Euro je gefahrenen Kilometer an, höchstens jedoch insgesamt 130 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Auch die Fahrt mit einer Begleitperson ist bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit möglich.

Öffentliche Verkehrsmittel

Egal ob Zug, Straßenbahn oder Bus: Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erstatten wir in Höhe der niedrigsten Beförderungsklasse – dies ist in der Regel die zweite Klasse. 

Taxi 

Bei ärztlich verordneten Taxifahrten erstatten wir Ihre entstandenen notwendigen Kosten. 

Ihre Eigenbehalte und Zuzahlungen

Bis Sie Ihre Belastungsgrenze erreichen, haben Sie die gesetzlich vereinbarten Zuzahlungen zu leisten. Die Höhe der Zuzahlungen beträgt 10 Prozent Ihrer Kosten. Dies sind mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro – jedoch niemals mehr als Ihre tatsächlichen Fahrtkosten.

Bei kombinierten vor-, voll- und nachstationären Krankenhausbehandlungen ziehen wir Ihren Eigenbehalt nur für die erste und letzte Fahrt des Behandlungsfalls ab. Dies gilt ebenfalls für ambulante Operationen: Hier beziehen wir die Vor- und Nachbehandlung in den jeweiligen Behandlungsfall mit ein. Auch bei einer teilstationären Behandlung in einer Tagesklinik sowie für ärztlich verordnete ambulante Chemo- und Strahlentherapieserien ziehen wir nur für Ihre erste und letzte Fahrt Eigenbehalte ab. 

Erstattung Ihrer Fahrtkosten

Wissenswertes für B-Mitglieder

Bitte reichen Sie Ihre ärztliche Verordnung zusammen mit den Fahrscheinen öffentlicher Verkehrsmittel, Taxiquittungen oder Rechnungen der Transportunternehmen mit einem Leistungsantrag bei uns ein.

Bei Fahrten mit einem privaten Auto notieren Sie bitte die gefahrenen Kilometer und füllen zusätzlich das Formular „Zusammenstellung der Fahrtkosten“ aus.

Fügen Sie ebenfalls alle notwendigen Nachweise wie zusätzliche ärztliche Bestätigungen oder eine Kopie Ihres Schwerbehindertenausweises bei. Bei Fahrten zur Dialyse, Chemo- oder Strahlentherapie benötigen wir zusätzlich eine Bescheinigung über die einzelnen Behandlungstermine. 

Wissenswertes für A-Mitglieder

Wenn Sie in unserer Mitgliedergruppe A versichert sind, können Sie Ihre ärztliche Verordnung und ggf. unser Genehmigungsschreiben direkt Ihrem Taxifahrer oder dem Transportunternehmen aushändigen. Diese können dann direkt mit uns abrechnen und Sie brauchen lediglich die Zuzahlung selbst auszulegen.

Falls Sie öffentliche Verkehrsmittel genutzt haben, reichen Sie uns Ihre Fahrtbelege mit einem Leistungsantrag ein. Bitte denken Sie daran, Ihre ärztliche Verordnung beizufügen.