PostbeamtenKrankenkasse

Fahrtkosten

Ob Krankenwagen, öffentliche Verkehrsmittel oder Auto: Während der Behandlung einer Krankheit entstehen Ihnen oftmals Beförderungskosten. Welche davon übernimmt Ihre Beihilfe? Und welche Voraussetzungen sind dafür erforderlich? Wir haben Ihnen alle Informationen rund um das Thema "Fahrtkosten" zusammengestellt. 

Grundvoraussetzungen für alle Fahrten: 

Um Ihre Fahrtkosten zu erstatten, benötigen wir eine ärztliche Verordnung.

Ausnahmen:

  • Rettungsfahrten bei einem akuten Notfall
  • Notwendige Fahrten zur ambulanten Dialyse, onkologischen Strahlentherapie, parenteralen antineoplastischen Arzneimitteltherapie oder parenteralen onkologischen Chemotherapie
  • Personen mit einem Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen aG, Bl oder H
  • Personen mit Einstufung in einen Pflegegrad 3, 4 oder 5
  • Verlegungsfahrten in ein anderes Krankenhaus, wenn wir die Verlegung zuvor genehmigt haben

Ihre Fahrten müssen aufgrund einer Krankheit beziehungsweise aus medizinischen Gründen notwendig sein. Ihr Arzt muss auf seiner Verordnung den Anlass der Fahrt angeben. Besonderheit: Ist keine Verordnung erforderlich und geht aus den Belegen der Anlass der Fahrt nicht hervor muss dieser nachgewiesen werden. Dies kann beispielsweise durch eine Bestätigung des Leistungserbringers erfolgen.

Wir übernehmen Ihre Fahrtkosten bis zur nächstgelegenen geeigneten Behandlungsstätte. Wünschen Sie die Behandlung an einem weiter entfernten Ort, können wir diese Mehrkosten nicht übernehmen.   

Anlässe, die wir anerkennen 

Rettungsfahrten

Wir übernehmen Ihre Kosten für Rettungsfahrten bei einem akuten Notfall. Dabei spielt es keine Rolle, ob eine anschließende stationäre Behandlung erforderlich ist oder nicht. Für Rettungsfahrten benötigen Sie selbstverständlich keine ärztliche Verordnung.  

Stationäre Krankenbehandlung einschließlich vor- oder nachstationärer Behandlungen

Wir erstatten Ihre Fahrtkosten zur stationären Krankenbehandlung sowie vor- und nachstationären Behandlungen bis zum nächstgelegenen und geeigneten Krankenhaus, sofern Sie uns eine ärztliche Verordnung nachweisen. 

Verlegung in ein anderes Krankenhaus 

Verlegungsfahrten zwischen zwei Krankenhäusern erkennen wir an, wenn Sie uns eine ärztliche Verordnung vorlegen und es sich um das nächstgelegene geeignete Krankenhaus gehandelt hat. Eine Verlegungsfahrt kann auch ohne Vorlage einer ärztlichen Verordnung anerkannt werden, wenn wir die Verlegung vorher genehmigt haben. 

Ambulante Operation

Sie planen eine Operation, die ohne einen Krankenhausaufenthalt stattfindet? Wenn Sie uns eine ärztliche Verordnung einreichen, erstatten wir Ihre Fahrtkosten bis zum nächstgelegenen und geeigneten Krankenhaus oder Arztpraxis. Wir übernehmen in diesem Fall zudem Ihre Fahrtkosten für eine Vor- und Nachbehandlung. 

Ambulante Behandlung einer Erkrankung

Wir erstatten Ihre Fahrtkosten zu ambulanten Behandlungen einer Erkrankung, sofern Sie uns eine ärztliche Verordnung nachweisen. Eine vorherige Genehmigung der Fahrt ist nicht erforderlich.

Fahrten ohne zwingenden medizinischen Grund – beispielsweise zum Abstimmen von Terminen, Erfragen von Befunden, Abholen von Verordnungen – erkennen wir nicht an. 

Besuch eines untergebrachten schwer erkrankten Kindes oder Jugendlichen

Ihr minderjähriges Kind ist untergebracht und Sie möchten es besuchen? Hierfür gelten folgende Regeln: Wir erkennen die Besuchsfahrten an, wenn die Besuche nachweislich zur Sicherung des Therapieerfolgs Ihres Kindes nötig sind. Wir benötigen hierüber eine ärztliche Notwendigkeitsbescheinigung.

Nicht erstattungsfähige Fahrten

Haben Sie während Ihrer Urlaubsreise einen Unfall oder werden krank, erstatten wir keinen Rücktransport nach Deutschland. Mögliche Kosten für einen medizinisch notwendigen und ärztlich angeordneten Rücktransport können Sie mit unserer Auslandsreisekrankenversicherung (AKV-Stufe) absichern. Fahrt- und Flugkosten zu Behandlungen außerhalb der Europäischen Union übernehmen wir nicht.

Ebenso sind Ihre Fahrtkosten von zuhause ins Pflegeheim oder zur Kurzzeitpflege und zurück nicht erstattungsfähig, da es sich um einen vorübergehenden Wohnortwechsel handelt.

Das geeignete Transportmittel

Ob Krankenwagen, Auto oder Zug: Bitte achten Sie darauf, welches Transportmittel Ihnen von Ihrem Arzt verordnet wurde. Geben Sie das benötigte Transportmittel genau an, wenn Sie Ihre Fahrt beauftragen. So vermeiden Sie, dass Ihnen höhere Kosten in Rechnung gestellt werden als von uns erstattet werden können.

Krankentransportwagen (KTW)

Einen Krankentransportwagen erkennen wir an, wenn aus ärztlicher Sicht die fachliche Betreuung oder die fachgerechte Lagerung eines Krankentransportwagens zum Zeitpunkt der Verordnung notwendig war. Achten Sie daher darauf, dass diese Notwendigkeit aus Ihrer ärztlichen Verordnung hervorgeht. Wir erstatten Ihnen die nach Landes- oder Kommunalrecht gültigen Beträge. 

Übrigens: Ihre fachliche Betreuung in einem Krankentransportwagen wird in der Regel durch qualifiziertes, nicht-ärztliches Personal, wie Rettungssanitäter oder Rettungsassistenten, garantiert. 

Liegemietwagen oder Behindertentransportwagen 

Ist ein Transport nur liegend, in einem Tragestuhl oder im Rollstuhl möglich, kann Ihr Arzt Ihnen einen sogenannten Liegemietwagen oder einen Behindertentransportwagen verordnen. Diese Transporte werden von vielen Taxiunternehmen, Wohlfahrtsorganisationen oder Krankentransportdiensten mit speziellen Fahrzeugen durchgeführt. Die Fahrten erfolgen dabei ohne fachliche Betreuung. 

Bei einer Beförderung mit einem Liegemietwagen oder Behindertentransportwagen können die Kosten nur übernommen werden, wenn öffentliche Verkehrsmittel nicht benutzt werden können. Wir erstatten Ihnen die entstandenen notwendigen Kosten. 

Privater PKW

Bei Fahrten mit einem privaten Auto erkennen wir 0,20 Euro je gefahrenen Kilometer an, höchstens jedoch insgesamt 130 Euro für die Hin- und Rückfahrt. Auch die Fahrt mit einer Begleitperson ist bei entsprechender medizinischer Notwendigkeit möglich.

Öffentliche Verkehrsmittel

Egal ob Zug, Straßenbahn oder Bus: Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln erstatten wir in Höhe der niedrigsten Beförderungsklasse – dies ist in der Regel die zweite Klasse. 

Taxi 

Bei ärztlich verordneten Taxifahrten erstatten wir Ihre entstandenen notwendigen Kosten bis zur Höhe der nach der jeweiligen Taxiordnung berechneten Taxe. Bei einer Beförderung mit einem Taxi können die Kosten nur übernommen werden, wenn öffentliche Verkehrsmittel nicht benutzt werden können. 

Ihre Eigenbehalte und Zuzahlungen

Bis Sie Ihre Belastungsgrenze erreichen, haben Sie die gesetzlich vereinbarten Zuzahlungen zu leisten. Die Höhe der Zuzahlungen beträgt 10 Prozent Ihrer Kosten. Dies sind mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro – jedoch niemals mehr als Ihre tatsächlichen Fahrtkosten.

Bei kombinierten vor-, voll- und nachstationären Krankenhausbehandlungen ziehen wir Ihren Eigenbehalt nur für die erste und letzte Fahrt des Behandlungsfalls ab. Dies gilt ebenfalls für ambulante Operationen: Hier beziehen wir die Vor- und Nachbehandlung in den jeweiligen Behandlungsfall mit ein. Auch bei einer teilstationären Behandlung in einer Tagesklinik sowie für ärztlich verordnete ambulante Chemo- und Strahlentherapieserien ziehen wir nur für Ihre erste und letzte Fahrt Eigenbehalte ab. 

Erstattung Ihrer Fahrtkosten

Bitte reichen Sie Ihre ärztliche Verordnung zusammen mit den Fahrscheinen öffentlicher Verkehrsmittel, Taxiquittungen oder Rechnungen der Transportunternehmen mit einem Beihilfeantrag bei uns ein.

Bei Fahrten mit einem privaten Auto notieren Sie bitte die gefahrenen Kilometer und füllen zusätzlich das Formular „Zusammenstellung der Fahrtkosten“ aus.

Fügen Sie ebenfalls alle notwendigen Nachweise wie zusätzliche ärztliche Bestätigungen oder eine Kopie Ihres Schwerbehindertenausweises bei. Bei Fahrten zur Dialyse, Chemo- oder Strahlentherapie benötigen wir zusätzlich eine Bescheinigung über die einzelnen Behandlungstermine.