PostbeamtenKrankenkasse

Arznei- und Verbandmittel
Mitgliedergruppe: B, C

Egal, ob Sie Arzneimittel oder Verbandmittel benötigen: Mit unserer Erstattung orientieren wir uns grundsätzlich an den Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse. Ihr Arzt verschreibt Ihnen die benötigten Arznei- und Verbandmittel auf ein Privatrezept. Daher müssen Sie in Ihrer Apotheke zunächst die Rechnung begleichen. Bitte reichen Sie uns anschließend Ihr Privatrezept mit einem Leistungsantrag ein – wir übernehmen dann Ihre erstattungsfähigen Kosten.

Arzneimittel

Grundsätzlich erkennen wir verschreibungspflichtige Arzneimittel an.

Für folgende Präparate können wir hingegen keine Kosten übernehmen – auch wenn es sich um verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt:

  • Lifestyle-Präparate
    Wir erstatten keine Aufwendungen für sogenannte Lifestyle-Präparate. Hierbei handelt es sich um Arzneimittel, bei deren Anwendung kein medizinischer Nutzen, sondern eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht. Dazu gehören beispielsweise potenzsteigernder Mittel, Appetitzügler oder Haarwuchsmittel. 
  • Bagatellarzneimittel
    Für Versicherte, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, sind sogenannte Bagatellarzneimittel nicht erstattungsfähig. Hierzu zählen Arzneimittel gegen Erkältungskrankheiten und grippale Infekte, Mund- und Rachentherapeutika, Abführmittel sowie Arzneimittel gegen Reisekrankheiten.
  • Arzneimittel ohne erwiesene Wirksamkeit (unwirtschaftliche Arzneimittel)
    Auf dem Markt gibt es Arzneimittel, deren Wirksamkeit nicht ausreichend belegt ist. Für solche Arzneimittel übernehmen wir grundsätzlich keine Kosten. Dies gilt auch für Kinder und Jugendliche. Ist das Präparat  jedoch in der Liste der Bundesbeihilfeverordnung (Anlage 8, § 22, Absatz 4) aufgeführt, können wir dieses bei zutreffender Indikation erstatten.
  • Hormonelle Verhütungsmittel
    Egal, ob Pille, Spirale oder ein anderes hormonelles Verhütungsmittel – diese Präparate sind grundsätzlich für unsere Versicherten unter 20 Jahren erstattungsfähig. Ausnahme: Falls Ihr Arzt Ihnen ein hormonelles Verhütungsmittel zur Behandlung einer Krankheit verschrieben hat, übernehmen wir Ihre Kosten.

Erstattung bestimmter, nicht verschreibungspflichtiger Arzneimittel

In der Bundesbeihilfeverordnung sind nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel aufgeführt, die bei bestimmten schwerwiegenden Erkrankungen als Therapiestandard gelten. Wir können Ihre Kosten für diese Arzneimittel übernehmen, wenn Sie uns eine Bescheinigung Ihres Arztes vorlegen, dass eine zutreffende Indikation für eines der Arzneimittel vorliegt. Eine ausführliche Liste dieser Präparate sowie der zugehörigen Indikationen erhalten Sie in der Bundesbeihilfeverordnung (Anlage 6, § 22, Absatz 2, 3c).

Wissenswert: Für Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr und für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr erkennen wir ärztlich verordnete, apothekenpflichtige Arzneimittel an – auch wenn diese nicht verschreibungspflichtig sind. 

Medizinprodukte

In der Bundesbeihilfeverordnung sind Medizinprodukte aufgeführt zu den beispielsweise Movicol, Vismed oder Oxane 1300 zählen. Diese Produkte sind ausschließlich für den Einsatz in bestimmten medizinisch notwendigen Fällen erstattungsfähig. Eine ausführliche Liste finden Sie in der Bundesbeihilfeverordnung (Anlage 4, § 22, Absatz 1, 4).

Bitte beachten Sie: für Medizinprodukte die nicht in der Liste der Bundesbeihilfeverordnung aufgeführt sind, können wir keine Kosten übernehmen. 

Präparate zur künstlichen Ernährung

Ob Sondennahrung, Eiweißmischungen oder Elementardiäten: Ihr Arzt hat Ihnen Präparate zur künstlichen Ernährung verordnet? Wir übernehmen Ihre Kosten, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • Die Präparate sind zur künstlichen Ernährung bestimmt, und
  • die Fähigkeit, sich auf natürliche Weise ausreichend zu ernähren fehlt Ihnen oder ist nur eingeschränkt möglich, und
  • eine Änderung Ihrer natürlichen Ernährung oder sonstige ärztliche, pflegerische oder ernährungstherapeutische Maßnahmen zur Verbesserung Ihrer Ernährungssituation sind nicht ausreichend.

Arzneimittel der Anthroposophie und Homöopathie

Ob Arnica, Schüssler Salze oder Mistelpräparate: Ärztlich verordnete, nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel der Anthroposophie und Homöopathie erstatten wir ausschließlich dann, wenn sie bei bestimmten schwerwiegenden Erkrankungen als Therapiestandard gelten. Voraussetzung für unsere Erstattung ist daher, dass Sie eine Bescheinigung Ihres Arztes über eine Indikation vorlegen, die in der Bundesbeihilfeverordnung aufgeführt ist (Anlage 6, § 22 Absatz 2, 3c).   

Bitte beachten Sie: Nicht erstattungsfähig sind hingegen Arzneimittel, die Ihnen Ihr Heilpraktiker verschreibt – egal ob es sich um verschreibungspflichtige oder nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel handelt.

Apotheken

Ob klassische Apotheke vor Ort oder Versandapotheke: Als unser Mitglied der Gruppe B haben Sie die freie Wahl unter allen Apotheken. Sie können daher auch gerne über eine Internet-Versandapotheke bestellen.

Wichtig: Achten Sie darauf, dass Ihr Apotheker die Pharmazentralnummer (PZN) auf Ihrem Rezept oder auf einem Beiblatt angibt. Wir benötigen die PZN zwingend um Ihre Kosten zu erstatten.

Zuzahlung

Bis Sie Ihre Belastungsgrenze erreichen, haben Sie Zuzahlungen zu leisten. Die Höhe der Zuzahlungen ist abhängig vom Preis: Je preiswerter Ihr Arzneimittel ist, desto geringer ist auch Ihre Zuzahlung. Bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln zahlen Sie 10 Prozent des Verkaufspreises hinzu. Dies sind mindestens 5 Euro und maximal 10 Euro – jedoch niemals mehr als Ihre tatsächlichen Kosten.

Von der Zuzahlung zu Arznei- und Verbandmitteln ausgenommen sind:

  • Kinder bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres
  • Schwangere bei ärztlich verordneten Arzneimitteln wegen Schwangerschaftsbeschwerden oder im Zusammenhang mit ihrer Entbindung
  • Arzneimittel, welche bei ambulanten ärztlichen und zahnärztlichen Vorsorgeleistungen sowie bei Leistungen zur Früherkennung von Krankheiten verwendet werden 
  • Harn- und Blutteststreifen
  • Arzneimittel, deren Apothekeneinkaufspreis einschließlich Mehrwertsteuert mindestens 30 Prozent niedriger als der jeweilige Festbetrag ist. Es handelt sich hierbei in der Regel um die gleichen Arzneimittel, die auch bei den gesetzlichen Krankenkassen von der Zuzahlung bereit sind
  • Diese Zuzahlungsregelungen gelten auch, wenn Sie Ihre Arznei- und Verbandmittel über die Versandapotheken bestellen.

Festbeträge – Mehrkosten vermeiden

Auf dem Markt gibt es zahlreiche Arzneimittel in vergleichbarer Qualität, Wirkung und Zusammensetzung. Sie werden aber oftmals zu unterschiedlichen Preisen verkauft. Deshalb hat der Gesetzgeber festgelegt, dass für viele Arzneimittel Preishöchstgrenzen gelten – die sogenannten Festbeträge. Wenn ein Hersteller trotzdem einen höheren Preis verlangt, müssen Sie diese Mehrkosten aus eigener Tasche bezahlen. Ihr Arzt kann Sie über Alternativen informieren, damit Ihnen die Mehrausgaben erspart bleiben.